Neue Malerei
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Ausstellung "gemalte Städte"
und Tütenprojekt im Kindermuseum
"Kunst auf Tüten"
"An die technischen Möglichkeiten unserer Zeit knüpft Thitz gesellschaftliche Ideale. Reisen bedeutet Kommunikation und Austausch mit Menschen, ein Dialog mit fremden Kulturen. “
(Zitat: Anja Wenn (Katalog "gemalte Städte)
Der Alltagsgegenstand Tüte schafft die Nähe zu den Menschen die mir so wichtig ist. Meine Tütenprojekte sind die künstlerische Aufforderung zur Kommunikation , zur subjektiven Auseinandersetzung mit einem gebeutelten Begriff mit Kunst.
Seit einigen Jahren führe ich so genannte flächendeckende „Tütenbefragungen“ der Menschen aus einer Stadt oder in einem bestimmten Umfeld durch. So bekamen z.B. die Bürgerinnen und Bürger von Goch (D), Feldkirch (A), Grenchen (CH) oder Athen (GR) Tüten zugeschickt mit der Aufforderung sie mit einem persönlichen Gegenstand zu füllen, sie zu bemalen oder wie auch immer zu gestalten und diese dann bis zum Beginn der Ausstellung dort abzugeben. Im Anschluss an die Ausstellung wurden die Tüten dann wieder abgeholt. 2007 ist im Museum Miami (USA) während der Art Miami ein weiteres Tütenprojekt geplant.
Das " Kunst auf Tüten" Projekt in Karlsruhe war erstmalig ausschließlich an Schüler gerichtet. Es wurden die Schulen in Karlsruhe einbezogen. Während der Thitz- Ausstellung vom 12.5.2006 bis 29.10.2006 wurden die Tüten verteilt und dann zur Eröffnung der Installation am 10.11.2006 im Kindermuseum der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe ausgestellt.
Vielen gelingt es so eher sich ohne Schwellenangst der Kunst zu nähern.
Was ist Kunst ? Von "Jeder Mensch ist ein Künstler " bis hin zu wissenschaftlichen Erklärungen versuchen wir einem Begriff näher zu kommen, welcher immer subjektiver und vielschichtiger wird. Gibt es noch den allgemeinen gemeinsamen Nenner des Kunst- Begriffes?
Im Zeichen der Globalisierung werden lokale Besonderheiten von Afrika bis Australien sowie alle dazugehörigen Sehgewohnheiten nebeneinander gestellt.
Auf den Tüten erhalte ich die ehrlichen , menschlichem Antworten, welche die Wirklichkeit zum Thema abbilden. Die Installationen daraus werden zum Modell für einen lokal begrenzten, subjektiven Kunstbegriff.
Einige tausend Kunstdefinitionen von Karlsruher Schülerinnen und Schülern zeigen uns zumindest soviel Kunst wie in eine Tüte passt.
Neue Serie „Gemalte Städte“ (Katalog)
Die neue Serie “Gemalte Städte“ war fast vollständig in der Ausstellung in der staatlichen Kunsthalle (Haupteingang links) zu sehen . Die Serie "gemalte Städte" sind typische Thitz- Städte –in lasierender Acyylfarbe gemalt. Dieser Malerei Stil entwickelte Thitz in den letzten 20 Jahren u.a. aus den speziellen Landschaftsaquarellen, welche bis heute ständiger Bestandteil seiner Reisen bilden. Die neue Serie ist das Ergebnis einer sehr persönlichen und unnachahmlichen Auffassung von Malerei. Ein Anspruch, welcher diesem stark von kurzlebigen Moden gebeutelten Ausdrucksmittel, eine neue Sehweise eröffnet – und dazu auch noch Spaß machen darf. Die filigranen Linien ergeben zusammen mit den dynamischen Kompositionen und einigen stark ins Bild integrierten Collage-Elementen, irgendwie wiedererkennbare Stadtlandschaften, die sich stark von den üblichen Sehgewohnheiten unterscheiden. Alle formalen Mittel der zweidimensionalen Darstellung scheinen dem Inhalt untergeordnet zu sein. So wird weder die Fotografie alleine noch die bloße Collage den Ansprüchen des Künstlers gerecht. Die Form verfolgt alleine ein Ziel – darzustellen was in London oder Hongkong auf den Künstler einströmt, zu erzählen was die Städte interessant und zugleich überbordend, anstrengend macht. "Wenn man Großstädte wirklich malen will, darf man nicht eine ausgedachte Stadt darstellen, sondern man muss versuchen das empfundene Erlebnis an sich zu malen, mit allen Geräuschen, Krach, Staub und Gerüchen. In eine Sekunde Stadt passt unendlich viel Information – diese Stadt meine ich, das sind meine inneren Bilder- die Bilder dieser Ausstellung. " sagt Thitz . Eine wichtige Vermittlungsaufgabe übernehmen die typischen Thitz-Figuren – es gibt sie in allen denkbaren und assoziierbaren Formen. Von der Graffiti -Figur quer durchs Bild, bis hin zur winzigen Tuschezeichnung, führen sie durch die Welt der Thitz-Städte. Es gibt sie alle : Die Gewinner, die Armen, die Verlorenen, die Träumer. Der Betrachter erweckt sie zum Leben indem er die gezeichneten Gesichter mit eigenen Bekanntschaften oder Begegnungen abgleicht. Auch die Tüten haben als weltweit bekannter Gegenstand eine Schwellenfunktion. Sie inspirieren Thitz beim Malen zu Geschichten aus dieser Stadt aber auch den Betrachter. Wer hat nicht schon von der New York Reise Tüten mit den Aufschriften und Logos der New Yorker Museen mitgebracht ? Und schon ist man im Bild – über die bekannte Tüte in die gemalte Welt. Die Arbeiten ziehen den Blick auf sich. Man erkennt zunächst die Stadt und die Figuren – erst dann kommt das Wichtigste: Das Entdecken! Wie in der realen Stadt können wir den Blick schweifen lassen, auf Details fokussieren. In den Bildern sind unzählige Geheimnisse versteckt. Unwillkürlich beginnen wir danach zu suchen. Wir begeben uns weiter und weiter in die Thitz-Welt, bis wir sogar dort Dinge entdecken, wo am Horizont scheinbar abstrakte Strukturen wuchern, oder Farbflächen uns an Ölflecken auf der 5th Avenue erinnern. Unser Blick wird geführt, unsere Sehgewohnheiten verändern sich. Dieser Effekt ist natürlich von Thitz gewünscht. "Es macht mir Spaß in den Bildern Dinge so gut zu verstecken, dass es in einem Jahr noch etwas zu entdecken gibt, worüber man lachen oder nachdenken kann.Eine Entdeckung die wir selbst für uns machen, ist intensiver als jeder gewollte Hinweis oder Erklärung. Vielleicht entdeckt man ja dann auf der „wirklichen“ Straße auch kleine Geheimnisse und freut sich über das unerwartete Geschenk. " Zitat Thitz 2006
Lesen Sie auch den Text von Frau Anja Wenn im Buch "gemalte Städte" (hier anklicken) http://www.thitz.com/index.php?id=333&L=
"Das größte Tütenprojekt bisher !"
Zur Eröffnung der Ausstellung begann in Karlsruhe ein einzigartiges Thitz- Tüten-Projekt. Die Schulen Karlsruhes werden den Sommer über mit Tüten beschickt und zur Teilnahme am Projekt eingeladen. Dadurch wird die Ausstellung am Ende wirklich zum "Kindermuseum". Von den 6000 verteilten Tüten sind die Hälfte ! also 3000 wieder zurück ins Museum gekommen! Diese Rücklaufquote von 50 % und die Anzahl der Tüten stellte alle bisherigen Projekte in den Schatten! Der Raum für die Installation war zu klein dafür deshalb mussten einige Tüten in der Hauptfiliale der Sparkasse ausgestellt werden. Nun wird die Definition von Kunst in Karlsruhe zumindest kurzfristig von seinen Kindern bestimmt.
Die Ausstellung "gemalte Städte- Thitz" wurde am 12.5.2006 eröffnet –
Die Installation des Tütenprojektes wurde am 10.11.2006 im Kindermuseum der staatlichen Kunsthalle Karlsruhe eröffnet. Die Ausstellung endet am 26.11.2006
Ausstellung: 12.5.2006 - 26.11. 2006.
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
Hans-Thoma-Straße 2-6, 76133 Karlsruhe
Öffnungszeiten: Dienstag - Freitag 10 - 17 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 - 18 Uhr
In Zusammenarbeit mit Galerie Rothamel , Frankfurt aM, Erfurt
Dank an: Dr.Jörk Rothamel (Galerie Rothamel),
Dr.Schrenk (Direktor der staatlichen Kunsthalle Karlsruhe)
Spezieller Dank geht an Frau Brosi vom Kindermuseum die maßgeblich die Ausstellung und das Tütenprojekt kuratiert und gefördert hat .
Das Projekt wurde gefördert durch / Supported by: Bundesministerium für Bildung und Forschung ( Förderkennzeichen KBBBK1011)
http://www.kunsthalle-karlsruhe-online.de/seite-1215
Text von Frau Anja Wenn, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Museumspädagogik
„Gemalte Städte“
Paris – London – New York – Hongkong ...
Thitz vereint in seiner neuen Serie „Gemalte Städte” die großen Metropolen der Welt. Der Betrachter findet sich schnell zurecht, denn Thitz wählt für jede Stadt eine überaus typische Ansicht. Man erkennt den Eiffelturm, die Wolkenkratzer von Manhattan, die berühmte Oper von Sydney oder die mit grellen Werbetafeln überwucherten Straßen von Hongkong. Thitz spielt mit Erinnerungen und Klischees, die in unserem Bildgedächtnis abgespeichert sind, auch wenn wir die Orte selbst noch nie besucht haben. Doch die Freude über die Identifizierung der Stadt weicht ebenso schnell einer Irritation: Es scheint sich nicht wirklich um die Welt zu handeln, wie wir sie kennen. Hier mogelt Thitz ein Fantasiehaus hinzu, dort bekommt ein Gebäude ein neues, extravagantes Dach. Papiertüten, Menschen, Farbtuben und Kunstwerke segeln in aller Seelenruhe über die Städte hinweg und die Schatten der Vorhalle des Pariser Panthéon haben ein geheimnisvolles Eigenleben ... Diese Städte tun nur so, als wären sie die uns bekannten. In Wirklichkeit hat sich Thitz eine neue, ganz eigene Welt geschaffen: die Thitz-Welt - ein wundersamer und fantastischer Kosmos.
Seine Städte sind moderne Schönheiten: schön groß, laut, grell, dynamisch und pulsierend, zugebaut mit bunten Hochhäusern, angefüllt mit Autos, Menschen, schillernden Schaufenstern und Werbeplakaten. Thitz schildert sie voller Begeisterung für die moderne Großstadt. Nicht die eigentliche Stadtansicht ist es, die ihn interessiert, sondern der Eindruck, den eine Stadt hinterlässt – darzustellen was in Paris oder London auf uns einströmt, zu erzählen, was die Städte interessant und zugleich überbordend und anstrengend macht.
„Wenn man Großstädte wirklich malen will, darf man nicht eine ausgedachte Stadt darstellen, sondern man muss versuchen, das empfundene Erlebnis an sich zu malen, mit allen Geräuschen, Krach, Staub und Gerüchen. In eine Sekunde Stadt passt unendlich viel Information – diese Stadt meine ich, das sind
meine inneren Bilder – die Bilder dieser Ausstellung.“
Grundlage der früheren Stadtbilder von Thitz waren häufig Fotografien: großformatige Reproduktionen, auf denen er durch Übermalung und Collage neue Städte erschuf. Die Manipulation der Realität mit den Mitteln der Kunst wurde auf diese Weise besonders deutlich. In der Großstadtserie der Karlsruher Ausstellung hat sich Thitz von dieser Übermalungstechnik gelöst. Die Realität bleibt zwar sein Ausgangspunkt, doch sie ist wesentlich stärker als vorher seinem künstlerischen Wollen unterworfen. Die selbstgeschaffene Freiheit eröffnet ihm nun größere Möglichkeiten, mit Perspektive und Komposition zu spielen und seinen Bildern eine neue Dynamik und Bildtiefe zu verleihen. Auch die Malweise hat sich gewandelt. Thitz greift auf seine frühere Aquarelltechnik zurück und baut seine Bilder nun Schicht um Schicht aus transparent-bewegten Farblasuren auf. Lebendig und nervös wirkt darauf die Tuschezeichnung, die die gesamte Bildfläche überzieht und Formen und Motive klarer definiert, ohne sie in der Art einer geschlossenen Outline zu umgrenzen. Feine Liniengespinste aus kleinsten Details ziehen den Blick bis in die entfernteste Bildtiefe.
Ganz im Sinne eines „Künstler-Schöpfers“ wird diese neu geschaffene Welt mit eigenen Kreaturen bevölkert. Die toten Häusermeere und die verschlossenen Fassaden der Wolkenkratzer werden im wahrsten Sinne des Wortes „be-lebt“. Witzige, bunte Figuren laufen eilig auf den Straßen umher, blicken verstohlen aus den Fenstern oder winken einander und dem Bildbetrachter freundlich zu. Die Menschen sind untrennbarer Teil der Stadt. Einige Figuren bilden gar mit der Fassade, die sie bewohnen oder dem Straßenasphalt, auf dem sie sich ausbreiten, eine Art homogene Einheit. Andere wachsen zu Riesen heran, strecken ihre spindeldürren Arme über Straßenzüge hinweg aus oder umarmen ganze Wolkenkratzer. Solche großen Menschen werden sogar von anderen, kleineren bewohnt, denn schließlich – so erklärt Thitz – müsse es ja auch zu etwas nutze sein, wenn man so groß ist!
Mit wenigen Strichen gezeichnet, bleiben die Thitz-Figuren merkwürdig unindividuell. Thitz hält sie bewusst offen für eigene Assoziationen: Erst der Betrachter soll sie zum Leben erwecken, indem er die Gesichter mit eigenen Bekanntschaften und Begegnungen vergleicht. Und wie im realen Leben gibt es auch Brüche in dieser heiteren Welt. Nicht alle scheinen an dem bunten Treiben teilhaben zu können. Manche blicken traurig und sehnsüchtig, als wären sie eingeschlossen in den riesigen Häusern, zur Einsamkeit verdammt, während sich draußen die interessantesten Dinge abspielen. Der Großstadtdschungel hat auch bei Thitz seine Schattenseiten.
Doch seine Bilder bleiben fröhlich und voll positiver Stimmung. Das bunte Treiben der Städte bleibt für Thitz „wichtigste Nährquelle für Phantasie“. Denn wenn man nur genau hinsehe auf den Straßen und Plätzen der Großstädte, dann könne man überall diese „geheimen Dinge“ erkennen, das geheime Leben, das sich hinter unserer sichtbaren Welt verberge ... Das zu offenbaren, sei eines seiner Ziele und tatsächlich schaffen es diese Bilder, unsere Wahrnehmung zu beeinflussen! Nach einiger Zeit der Beschäftigung mit seiner Malerei ist es schwierig, eine Stadtansicht zu betrachten oder gar in einem Straßencafé zu sitzen, ohne an der nächsten Straßenecke, hinter dem Fenster gegenüber oder in einem Fleck im Straßenasphalt seine Thitz-Figuren zu entdecken ... Thitz selbst beschreibt diesen Zugewinn für unsere Sehgewohnheiten folgendermaßen:
„Man erkennt zunächst die Stadt und die Figuren – erst dann kommt das Wichtigste: Das Entdecken! Wie in der realen Stadt können wir den Blick schweifen lassen, auf Details fokussieren. In den Bildern sind unzählige Geheimnisse versteckt. Unwillkürlich beginnen wir, danach zu suchen. (...) Es macht mir Spaß, in den Bildern Dinge so gut zu verstecken, dass es in einem Jahr noch etwas zu entdecken gibt, worüber man lachen oder nachdenken kann. Eine Entdeckung, die wir selbst für uns machen, geht tiefer als jeder gewollte Hinweis und jede Erklärung. Vielleicht entdeckt man ja dann auf der „wirklichen“ Straße auch kleine Geheimnisse und freut sich über das unerwartete Geschenk.“
Die Augen geöffnet für derlei „kleine Dinge“ habe ihm seine Tochter Lucy. Mit einem Kind an der Seite war es dem Künstler plötzlich erlaubt, sich dieser neuen Sicht der Welt zu widmen. Ihre Geburt wird deshalb in allen seinen Biografien erwähnt und sie selbst, wie auch seine Frau Katharina Trost, ist Teil seiner Bilderwelt. Dass es tatsächlich um persönliche Fantasien geht, das zeigen uns die vielen Selbstdarstellungen in seinen Bildern. Immer wieder mischt er sich unter „sein Volk“, schlendert mit einem roten und einem gelben Schuh geschäftig durch die Straßen oder vollendet - mit Pinsel und Palette in der Hand - noch schnell das Bild, in dem er auftritt.
So erzählen seine Stadtbilder von seinen Reisen. Für Thitz ist das Reisen durch die Welt wesentlicher Bestandteil und auch Thema seiner Malerei. Seine Reisen führten ihn in den letzten Jahren unter anderem durch Marokko, Island, Italien, in die Türkei, nach Norwegen, Schweden, Ecuador, Mexiko, Guatemala, Indien, Nepal und nach Südafrika. Damit stellt sich Thitz zunächst in eine kunsthistorische Tradition. Immer wieder reisten Künstler, etwa um Werke der Antike kennen zu lernen, um neue Impulse durch außereuropäische Kulturen zu erhalten oder auf der Suche nach Einsamkeit und Entfaltung in unberührter Natur.
Auch für Thitz bedeutet das Reisen zweifelsohne Inspiration. Zeugnisse für seine Begegnung mit der Fremde sind die vielen Aquarelle, die unmittelbar vor Ort entstehen. Doch er ist - wenn man so will - der „Reisende des 21. Jahrhunderts“. Wir leben in einer Zeit, in der Reisen immer alltäglicher geworden sind. Man kann zu einer Strandparty mühelos nach Mallorca oder zu einer Ausstellung nach New York fliegen. „Die Welt rückt zusammen“ – diese Vorstellung der modernen Gesellschaft setzt Thitz in seinen Bildern um. Denn in der Thitz-Welt ist es selbstverständlich möglich, mit dem Taxi von New York nach London zu gelangen ...
An die technischen Möglichkeiten unserer Zeit knüpft Thitz gesellschaftliche Ideale. Reisen bedeutet Kommunikation und Austausch mit Menschen, ein Dialog mit fremden Kulturen. Er nutzt das Gewimmel der Großstädte, um uns seine friedliche und vor allem kommunikative Version einer globalisierten Welt vorzuführen. Braune, rote, grüne oder blaue Menschen, manche ganz klein, andere riesengroß, wieder andere mit Blättern bewachsen ... leben hier harmonisch und friedlich beisammen. Mit ihren großen Augen verraten sie Neugierde und Interesse an den anderen Bewohnern der Stadt. Ständig auf der Suche nach Kontakt strecken sie ihre langen Arme einladend und forschend nach ihrem Gegenüber aus. Es gibt medusenartige Figuren, aus deren Köpfen 6 oder mehr Arme und Hände wachsen, als ob sie allein mit ihren Gedanken und mit ihrer Kreativität in das Geschehen der Stadt eingreifen könnten.
Diese gesellschaftlichen Ideale finden ihre Entsprechung in den künstlerischen Mittel der Malerei von Thitz: Poppig, grell bunt und heiter kommen seine Bilder daher und laden freundlich zum Schauen ein. Die Bewohner der Thitz-Städte stammen aus der Comic-Welt, einem Medium der allumfassenden Popkultur, das auch dem nicht kunsterfahrenen Betrachter vertraut ist - und zwar vertraut als unterhaltsam, lustig und allgemeinverständlich. Auch die allgegenwärtigen Schriftzüge und schriftlichen Kommentare im Bild geben erste Anstöße zur Auseinandersetzung. Keine Barriere aus kunstwissenschaftlicher Theorie oder Erfordernisse an eine kunsthistorische Vorbildung verstellen hier den unmittelbaren Kontakt zum Betrachter. Thitz macht uns den Einstieg in eine Kommunikation mit ihm leicht.
Tütenkunst
Thitz, der Tütenkünstler - Thitz und die Tüte. Das ist in den letzten Jahren untrennbar miteinander verbunden. Auch seine neuen Städtebilder sind ihrem Wesen nach Collagen – Collagen aus Realität und Fiktion. Die Realität wird dabei nicht nur durch die Fotografie vertreten, sondern eben auch durch die Papiertüte.
Die Tüte ist zunächst ein banaler, praktischer Gegenstand der Alltagskultur. Aber auf diese Weise ist sie eben auch ein Kulturgegenstand. Sie erzählt mit bunten Bildern und häufig prägnanter Aufschrift etwas über die Kultur, aus der sie kommt - über den Besitzer der Tüte, über seinen sozialen Status, seine Interessen oder über ihren eigenen möglichen Inhalt. Sie ist modernes Massenprodukt, Symbol der Konsumwelt und auch eines ihrer Medien: Werbeträger und modisches Accessoire. Insofern ist sie zum modernen Kommunikationsmittel geworden und passt damit hervorragend in die Thitz-Welt. Denn Tüten werden auch an fremde Orte getragen, um dort von fernen Ländern und Kulturen zu erzählen.
Den Anfang seiner Tütengeschichte packt Thitz in eine schöne Anekdote, und auch sie beginnt auf einer Reise: In Indien habe ihm eine Gemüsefrau einige ihrer Obsttüten geschenkt, damit der junge Künstler wenigstens etwas zum Zeichnen habe - eine Rettung, die sofort die Kreativität dieses jungen Künstlers herausfordert. Seitdem entstehen bemalte Tüten. Thitz versteht die ursprüngliche Botschaft der Tragetasche als Frage und Aufforderung, die folglich mit einer künstlerischen Antwort versehen werden muss - mal ironischer, mal bissiger Kommentar, mal verschwindet dieser Gestaltungsimpuls aber auch vollständig unter einem neuen Bild.
Von seinen Reisen bringt Thitz immer wieder Tüten mit. Eine Vielzahl an Tüten lagert in seinem Atelier, fein säuberlich sortiert nach Ländern und Kontinenten. Wie ein Souvenir trägt er mit der Tüte ein Stück Realität fremder Orte mit zu sich nach Hause, das er dann in seine Gemälde einfügen kann. In seinen Bildern stecken damit tatsächlich kleine Wirklichkeitsschnipsel der dargestellten Städte. Durch Übermalung nutzt er Bild- und Textfragmente dieser Tüten für seine augenzwinkernden, häufig skurrilen Anmerkungen. Auch damit verweist Thitz schließlich auf unsere Wahrnehmung: Es gilt, die Botschaften unserer bunten Konsumwelt bewusst wahrzunehmen und ihrer Banalität mit eigenen, kreativen und nicht immer allzu ernsten Gedanken zu begegnen.
Anja Wenn
(Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Museumspädagogik)
Ausstellung und Bag Art Project
"THITZ started "Miami Bag Art Project" on December 6 ,during Art Basel Miami December at the Miami Children’s Museum.
Mit Informationen und Projekttüten wurde das Projekt am Stand des Miami Childrens Museum "Art Basel Miami Beach" 7.12.2006 - 10.12.2006 gestartet. Die ersten Tüten wurden gesataltet.
Dann einen Monat später auf der "Miami Art Fair " 4.1.2007.- 8.1.2007 am Förderstand der Alp Galleries, New York (Sponsor: Mercedes Benz) )
"THITZ "Miami Bag Art Project" on December 6 ,during Art Basel Miami December at the Miami Children’s Museum. The first children created their own art-bags together with Thitz and Mrs.Maria-Anna Alp (Alp Galleries New York) and with the help of the teachers of the Museum.
With information and project bags, the project was launched at the stand of the Miami Childrens Museum "Art Basel Miami Beach" 7.12. 2006 -10.12. 2006. The first bags were sown.
Then one month later at the "Miami Art Fair " 4.1.- 8.1.2007 at the stand of the Alp Galleries, New York (Sponsor: Mercedes Benz) )
The Exhibition at the Miami Children's Museum, of Thitz paintings and the installation closed at January 15th , 2007
Miami Children's Museum, 980 MacArthur Cswy., Miami, Fl. 331325
Special thanks go to the Miami Childrens Museum and the Sponsors for supporting the Project, Exhibition and presentation at the Museum and the Art Basel Miami.
Thitz and Alp Galleries
The projects in Miami are in cooperation with Alp Galleries,New York.
Miami Children’s Museum
980 Macarthur Cswy.,
Miami, Florida 33132
Alp Galleries, New York ,
291 Seventh Ave. 5 th Floor,
New York, NY 10001
Phone (212) 206 -9108,

Die Besucher der extrem schönen Ausstellung in den damaligen Räumen der Galerie Gladbachstrasse.41 , waren begeistert! Zu sehen waren auch exclusiv 2 kleinere Arbeiten im Stil der neuen "Malerei" Serie. Neue Arbeiten zum Thema Zürich, einige zu Paris.
Galerie Alex Schlesinger
Tödistrasse 48
CH 8002 Zürich
Telefon: +41 43 233 92 93
Fax: +41 43 233 92 93
Email: info@galas.ch
http://www.galas.ch/

Thitz- Ausstellung
"Thitz wird in Offenburg bleibende Spuren hinterlassen " sagte der Bürgermeister in seiner Ansprache. Tatsächlich war die Teilnahme am "Offenburg Bag Art Project " ein Riesenerfolg. Nicht zuletzt durch die Unterstützung der überregionalen und lokalen Presse wurde das Projekt zum "Stadtgespräch". Für das Projekt wurden zusammen mit dem Museum Offenburg sehr schöne Tüten gedruckt und verteilt. 700 zum Teil sehr aufwändige Tüten kamen von den Offenburgern zurück, und waren allesamt in der Ausstellung zu bewundern. In der Ausstellung auf 550 qm war neben den neuesten Thitz Leinwänden auch ein 25 m langer Tütenfiguren-Fries mit Studien von Menschen aus 15 Ländern zu sehen. Die neu aufgebauten begehbaren Riesentüten bildeten zusammen mit dem Tütenprojekt den installativen Teil der Ausstellung. Nach dem Ende der Ausstellung am 19.2. wird die angekaufte Paris-Arbeit im Eingangsbereich des Museums im Ritterhaus dauerhaft zu sehen sein.
Info-Tel.: 0781-82 2577
http://www.museum-offenburg.de/html/aktuell/aktuell_u.html?&tab=detail&scene=detail&m=621&e=2&artikel=256&m=621&stichwort_aktuell=

Thitz. Neue Bilder
Öffnungszeiten:
Mo - Fr: 11.00 - 18.00 Uhr
Samstags: 11.00 - 14.00 Uhr
Kontakt zur Galerie:
Galerie Trost
Die Ausstellung fand in den damaligen Räumen statt :
Prannerstraße 7
D - 80333 München
Tel: (0049)(0)89 2283848
Fax:(0049)(0)89 2283848
Mobil: (0049)(0) 172 8202788
Email: HeinerTrost@galerie-trost.de

