UTOPISCHE ZIVILISATIONEN - UTOPIAN CITIES

 

"Utopien sind nicht nur das Gegenteil von Apokalypse, sondern sie sind eine Vision, eine Orientierung, welche heute, in einer sich verändernden Welt, umso wichtiger ist und uns ein positives Ziel geben können.

Der Künstler Thitz erforscht in dieser neuen Serie die Zusammenhänge von Sehnsüchten und Zukunfts-Visionen der Menschen mit ihren jeweils aktuellen Stadtkulturen und sozialen Eigenarten.  Entgegen dem dekonstruierenden Zerstörungstrend der Gegenwartskultur zeigt uns Thitz aber eine positive Version der Zukunft - die Veränderung zum Besseren ist bereits passiert, wir Menschen leben wieder mit der Natur im Einklang und die Großstädte wachsen wieder, je größer die CO2 verbrauchenden Thitzschen Pflanzengebäude werden, desto besser wird das Klima. 
„Wenn man sich ein wenig auf der Kugel umhört, auf der wir leben, stellt man fest, dass alle Menschen eine ganz ähnliche Vorstellung davon haben, was sie sich für die Zukunft wünschen: So wünschen wir uns alle eine Welt, auf der wir uns frei, in sauberer Luft ohne Furcht vor Kriegen, Unfreiheit und Unterdrückung bewegen können. Diese Visionen male ich! Erst durch die Visualisierung dieser Zukunftsträume kann sie für viele eine Inspiration sein.“

 

„Green Cities”, „Sustainable Buildings”, „Hybrid Architecture” und andere Schlagworte begleiten den Umbau der urbanen Räume in Grünflächen und Äcker auf Dächern, an den Fassaden und in ganzen Hochhäusern.

"Die Idee für die "Utopian Civilizations" Bilder entstand, während ich an einem der New York Future  Bilder gemalt habe, in welchem große amorphe Hochhäuser und viele neue Grünflächen entstanden sind. Doch was wäre wenn…

Die Bewohner haben genug vom Herumdoktern an Symptomen und drehen den Spieß um: Auf geht’s in die Natur! Um dort die Zivilisation aufzubauen und zwar ohne den Charakter der Natur zu verändern; um sich nicht des Grundes zu berauben, weshalb man hergekommen ist.“   Das ist Thitz philosophische Prämisse für die andere Seite der Medaille:

Thitz grüne „Utopie Bilder“, welche oft mit Wasserflächen und sich unglaublich fein verästelnden Linienstrukturen, unserer Sehnsucht nach immerwährender und unmittelbarer Nähe zur Natur nachspüren inmitten der Großstadt! Dem Künstler gelingt die Verbindung dieser Widersprüche scheinbar mühelos. Moderne Ideen der urbanen Stadtentwicklung sowie nachhaltiger Architektur sind bei Thitz bereits Realität. „Urban Farming meets Urban Art” steht in Thitz neuestem Werk – und ist nur eines der Zitate, welches das. Lebensgefühl der Bewohner zukünftiger Metropolen widerspiegeln kann. Im Bild "Utopian Civilization in the woods"  wurde zum Beispiel ein idyllisches Waldstück besiedelt, welches romantisch um einen Teich gruppiert ist. Die ganze Zivilisation, musste aber so konstruiert werden, dass das Waldstück immer noch die gleiche Verlockung ausstrahlte, wie vorher, als die die Menschen dort einziehen wollten. Das gleiche habe ich inzwischen im Gebirge -also wir ziehen in einen Berg ein- umgesetzt oder in eine Grasfläche. Sogar Unterwasserlandschaften haben wir bereits besiedelt.  

Durch die Arbeit an diesen Visionen, musste ich natürlich einige Dinge neu erfinden. Ein wichtiges Element waren die selbst wachsenden pflanzenartigen Gebäude, welche unsere heutige Architektur so nach und nach ersetzen würden. Denn je größer die Gebäude wachsen würden, desto sauberer würde die Luft. Das CO2 Problem wäre vom Tisch und die Großstadt dürfte wieder im positiven Sinne wachsen. Natürlich würde diese Technologie so nach und nach in die alten Städte Einzug halten und diese auch im positiven Sinne verändern. Diese Serie zeigt zum Beispiel eine positive Zukunftsversion von Bangkok, ein Grün  überwuchertes London oder die parkähnlich bewachsenen Brücken in Manhattan." Thitz  (Interview 2025)



 

Thitz – Utopia & Bags“

Florian Stegmaier Kulturwissenschaftler, Wendlingen

Thitz ist dran am Puls der Zeit, er kennt die drängenden Fragen und die Probleme unserer Gegenwart. Zumal seine Tütenkunst nicht nur global und die menschenverbindend konzipiert ist, sondern ihren ideellen Gehalt auch ganz konkret entfaltet, indem sie ihren Schöpfer selbst weltweit auf Achse hält und mit den unterschiedlichsten Menschen, Kulturen, Städten und Landschaften in Austausch bringt. Ebenso mit den Wünschen und Träumen der Menschen, die überall auf der Welt im Grunde dieselben sind, und auf eine gute, eine lebenswerte Zukunft zielen.

Ideen – das ist das Stichwort: Thitz stellt Ideen aus. Seine Kunst macht Utopien sichtbar. Und sie fordert uns als Betrachter dazu auf, zu entdecken. Auf Entdeckung zu gehen in den Bildern. Tüten tragen nicht nur als ein gut zu verarbeitender Malgrund zur Materialität der Bilder bei, sie füllen sich ästhetisch auch immer mit denkbarem Inhalt. Indem Thitz Utopien vor Augen stellt, eröffnet er neue Denkräume. Die vermeintlich unüberbrückbare Distanz, die zunächst zwischen Utopie und Realität zu liegen scheint, schrumpft zusammen und rückt die Utopie in den Bereich des Machbaren. Plötzlich scheint dann alles so einfach: Bilder einer städtischen Zivilisation, die Natur nicht verdrängt oder vernichtet, sondern sich einfügt, sich organisch verbindet.  Er zeigt uns Bilder einer Welt, in der nicht die Gegensätze, sondern die respektvolle, organische Verbindung den Grund des Miteinanders ausmachen.

Florian Stegmaier Kulturwissenschaftler, Wendlingen

Doch bei Thitz sind nicht nur die Städte und die Natur bewohnt, die Dinge selbst erscheinen wesenhaft und lebendig. Was uns in seinen Bildern zunächst aus der Distanz als kompakter Organismus vor Augen tritt, das entpuppt sich beim genaueren Hinsehen als hochdynamisches, rhythmisch pulsierendes Geflecht von ornamentalem und figurativem Eigenleben. Ein Geflecht, das uns in seinem Reichtum, in seiner Detailfülle in den Bann zieht, manchmal fast schon überfordert, auch überwältigt. Ein Geflecht, das auch den Rahmen sprengt, ganz wörtlich, indem es nämlich in den Griffen und Schlaufen der bemalten Tüten noch außerhalb des Bildformats weiter zu vibrieren scheint.  Dieses figurative und ornamentale Gewimmel bildet nicht nur die Substanz, aus denen sich ganze Stadtlandschaften und großdimensionierte architektonische Gebilde erheben, auch die Natur selbst entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als die Summe vieler solcher individueller einzelner Akteure.

Denn eines führen uns die Werke von Thitz in einer Fülle unerschöpflicher, immer wieder neuer Variationen vor Augen: dass nämlich die großen Zusammenhänge von Natur und Zivilisation stets gebildet und getragen sind von kleinen und kleinsten Aktionen individueller Akteure. Aus deren Eigenleben geht erst der übergeordnete Zusammenhang hervor. Das Große und das Ganze wird von den Einzelnen permanent neu bestimmt und ist daher auch utopisch veränderbar. So richten die Bilder von Thitz an uns auch die Frage nach dem Verhältnis von Individuum und Kollektiv, ebenso nach der Frage, wie Identität entsteht, was Identität eigentlich ausmacht. 

Individuum, Kollektiv, Identität – das sind politisch hoch umkämpfte, auch ideologisch befrachtete Begriffe. Als ich letzte Woche hier in der Galerie Gelegenheit hatte, mit dem Künstler zu sprechen, da hat Thitz eindringlich betont, wie zersetzend nationalistische Narrative und Slogans sind. „Britain first“ war da sein Beispiel. Das wurde im Vorfeld des sogenannten „Brexit“ skandiert. Auch bei uns gibt es immer mehr Leute, die wieder , Deutschland über alles stellen. Das aber kann nur in die Katastrophe führen, weil solche ideologischen Konstrukte stets auf der Abwertung des vermeintlich Anderen basieren.

Thitz zeigt uns die Möglichkeit einer lebenswerten Welt für alle, in der sich regionale Identitäten gegenseitig bereichern. Indem er den genius loci, also die spezifische Signatur eines Ortes, aus der vitalen Substanz ihrer sich tummelnden Bewohner hervorgehen lässt, wird Identität zu kulturellem Reichtum. Zu einem Reichtum, der wiederum in globale Teilhabe übergeht. Und genau dafür stehen die weltweit zirkulierenden Thitz-Tüten symbolisch als Hoffnungsträger ein.

Ohnehin denke ich, dass uns die Werke von Thitz mit einem hoffnungsvollen, mit einem ermutigenden Appell entgegentreten. Wenn ich abschließend einmal versuche, diesen Appell der Kunst von Thitz auf den Punkt zu bringen, dann würde ich ihn so formulieren: „Nichts muss so bleiben, wie es ist – denn die Zukunft beginnt jetzt und sie kann großartig werden.“

Florian Stegmaier Kulturwissenschaftler, Wendlingen

25. September im Galerieverein der Stadt Wendlingen am Neckar

TÜTEN + METROPOLEN

Metropolen der ganzen Welt, belebt von vielen Menschen! Schon immer stellten die Werke des Künstlers Thitz eine Mischung aus Ideal und Utopie dar, eine strahlend farbige und gutgelaunte Welt in einem (leicht) verbesserten Heute oder einem schwungvoll gezeichneten Morgen.

Auf seinen ausgedehnten Reisen sammelt Thitz Attribut urbaner Kulturen – und was bildet eine Zivilisation besser ab als Einkaufstüten? Thitz integriert sie in seine Stadtlandschaften, und ihre Laschen verwandeln sich in Reißleinen für den Sprung aus der nüchternen Realität in verborgene Dimensionen. Tüten aus aller Welt liegen unter seinen Gemälden. In immer neuen Übermalungen und Überzeichnungen in Acryl und Tusche entfaltet sich ein faszinierend assoziatives Gedankengeflecht. Die Farben beginnen zu leuchten, Zukunft, Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen, tausende Figuren bevölkern Fassaden, Häusermeere, Wasserflächen und sogar den Himmel.

Wir folgen dem Künstler in die Grachten Amsterdams, flanieren durch Paris und überqueren auf dem Pont-Neuf die Seine. Mit dem Louvre im Rücken lassen wir die wiederhergestellte Kathedrale Notre Dame seitlich liegen und erblicken hinter den historischen Gebäuden der Cité die botanischen Riesengebäude der Banlieue emporragen. Brücke und Quais sind begrünt und voller heiterer Gestalten! Einmal über den Großen Teich: Die Brooklyn Bridge führt bewaldet von Manhattan nach Downtown Brooklyn. Wenn ihr Erbauer diese Transformation hätte erleben dürfen: Die damals modernste Brücke der Welt ist ein Werk des deutsch-amerikanischen Ingenieurs Johann August Röbling, der aus Mühlhausen in Thüringen stammte. Am Times Square hat ein Thitz-Museum eröffnet und wird Reklame für die Bag-Art-Show im Moma gemacht. In Los Angeles bewundern wir Hollywoods Palmen und eine neueröffnete Bagallery. Weiter geht es nach Thailand: Bangkok lehrt noch immer jeden harten Kerl Demut, aber nicht mehr durch sein höllisches Nachtleben, sondern aufgrund gigantischer Dschungel-Architekturen. Hier leben über 15 Millionen Menschen. Der zeremonielle Name der Metropole lautet: "Krung Thep Maha Nakhon Amon Rattanakosin Mahinthara Yutthaya Mahadilok Phop Noppharat Ratchathani Burirom Udom Ratchaniwet Maha Sathan Amon Phiman Awatan Sathit Sakkathattiya Witsanukam Prasit". Es ist die alte Thai-Bezeichnung der Stadt und mit 169 Buchstaben der längste Ortsname einer Hauptstadt weltweit. Neuerdings ist noch das Wort „metsäinen“ dazugekommen, was auf finnisch „bewaldet“ heißt. Zurück in der Alten Welt landen wir in Venedig, wo wir im Museo Storia Naturale eine Ausstellung mit Thitz’ begrünten Stadtutopien entdecken. Wir kommen aus dem Staunen nicht heraus: Alle städtischen Museen Venedigs zeigen Tütenbilder unter dem Label des gelben und den roten Schuhs! Einkaufstüten sind Abbild unserer Kultur und kulturelles Artefakt zugleich. Thitz recycelt sie in seinen Werken. Shopping Bags wird es möglicherweise bald nicht mehr geben. Das ist der Lauf der Dinge. Thitz‘ Gemälde erhalten dadurch eine neue Dimension: Neben ihrem autonomen Wert als begehrte Kunstobjekte gewinnen sie zusätzlich den Nimbus unwiederbringlicher Zeitzeugnisse. Werke des Künstlers befinden sich in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen auf der ganzen Welt. ( Text von Jörk Rothamel)

 

Utopien in der Kunst

Thitz arbeitet bereits seit 14 Jahren zum Thema Utopie. Seine positiven Zukunftsvisionen sind ein Fanal für eine bessere Welt. Klimawandel und Pandemie sind in Thitz Serie “ Utopian Cities” besiegt, die Lösungen bereits in unsere Zivilisation integriert. Inzwischen hat auch die Fachpresse die Bedeutung der Utopien für die kulturell-gesellschaftliche Entwicklung  erkannt. Das Magazin KUNSTFORUM widmete sich jetzt auch diesem Thema.

Wie wollen wir unsere Zukunft gestalten? Kaum etwas scheinen wir derzeit dringender zu benötigen als Utopien - Ideen, Hoffnungen und Pläne, wie es weitergehen könnte. Obwohl wir inzwischen wissen, dass alles mit allem zusammenhängt und konstruktive Zukunftsgestaltung nur aus diesem Wissen heraus geschehen kann, folgen dieser Erkenntnis nicht die entsprechenden Schlüsse. Daraus resultieren viele Arten von Pessimismus, Angst und Wut, die sich impulsiv und rückwärtsgewandt mit der Forderung nach dem alten Zustand gegen die im Momentum unerträglich empfundene Situation entladen. Kunst und Kultur setzen hier mit notwendigen Gestaltungsprozessen ein: Es entstehen Gedanken und alternative Weltentwürfe, die das Blickfeld weiten und Möglichkeitsräume eröffnen. Sehnsüchte und Alternativen werden gleichermaßen sichtbar gemacht. Sie bieten Anlass und Potenzial zu Entwicklung neuer Lebensweisen und Strukturen für ein anderes, vom Effizienzstreben befreites Zusammenleben.  “(Zitat: Ann-Katrin Günzel , KUNSTFORUM 275)Wer eine aktuelle Visualisierung der gegenwärtigen Utopien sehen möchte, sollte sich unbedingt die Werke des Künstlers Thitz anschauen.

Ist der Mensch von Natur aus gut ...

“Das Leben an sich ist gut.“ Dem würden wir wohl alle zustimmen. Eventuell auch noch: “Dass ich lebe und denken kann ist an sich gut.“  Aber denken heißt auch Nachdenken- zweifeln und erkennen. Descartes definierte sogar die Existenz an sich damit. “Donc, si je doute, je pense, et si je pense, je suis.“  (Discours de la Méthode, René Descartes)

Ein Autor der mich gerade sehr fasziniert ist der niederländische Historiker Rutger Bregmann. Er besitzt nämlich die Frechheit gerade dies zu behaupten- der Mensch sei “Im Grunde gut“(*)  und begründet das sehr charmant mit gründlich recherchierten Argumenten und Studien verschiedener Wissenschaftler und Philosophen.  Dabei reiht er sich in die modernen Denker unserer Zeit ein, die eben nicht nur schwarz-weiss denken. Auch er versucht der komplexer erscheinenden Welt durch differenziertere Betrachtung Rechnung zu tragen.  Eine Ansicht, die ich gerade jetzt gerne teile und sogar als notwendig erachte, auch um den Spaltungsversuchen der Populisten entgegenzuwirken. Ein Hoch auf die Meinungsfreiheit! Die gilt allerdings auch dann, wenn es nicht die eigene Meinung ist! Das wir vor allem von Populisten und rechten Mitläufern gerne übersehen. Logischerweise sollte die Meinungsfreiheit nicht für die Propaganda zur Abschaffung der Meinungsfreiheit ausgenutzt werden ;)

UTOPIAN CIVILIZATIONS UNDERWATER

Ein Atlantis reloaded- wo man sich mittels „AirPod" frei bewegen und zwischen pflanzlichen und konstruierten Habitaten umhertreiben lassen kann. Eine Entdeckungsreise, die jenseits von CO2  und Dieselskandal, durch die neu gewonnene submarine Urbanität im kühlen und (wieder) klaren Ozean zu ungewöhnlichen  Erkenntnissen führt.  Ob Shanghais Oriental Pearl Tower nur museal nachgebildet oder doch post-kataklytisch konserviert wurde bleibt genauso offen, wie das technisch Machbare. Das Schöne an der Utopie ist aber, dass hier träumen nicht nur erlaubt ist sondern Obligation!  Und genauso malt sie THITZ! 

Utopia

Thitz erschafft aber eine Art Utopia, eine parallele Fantasiewelt.  Zum von diesem selbst erfundenen Land Utopia (*) sollte man zu Zeiten des  Schriftstellers Thomas Morus sogar noch in Echtzeit  reisen können-  aber  auch bei Thitz detailüberbordenden Bildern ist es möglich darin auf die Reise zu gehen, während man durch die Vielzahl der Einzelheiten surft, merkt man wie sich die Wahrnehmung immer mehr verstrickt und man gerät in das Innere der Thitz-Tüten. Und schon sind wir mittendrin in der ”Utopian Civilization -A City in the Grass” ...

Urbane Utopie: die Stadt von morgen

„Seine Städte sind moderne Schönheiten: schön, groß, laut, grell, dynamisch und pulsierend, zugebaut mit bunten Hochhäusern, angefüllt mit Autos, Menschen, schillernden Schaufenstern und Werbeplakaten“

schrieb Anja Wenn im Thitz Katalog zu seiner Ausstellung in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe.

New York, Paris, Venedig – von den Highlights der Großstadtarchitektur sehen wir nur Versatzstücke. Thitz’ Ortsbezüge sind codiert. Dem Künstler geht es nicht um prägnante Motive oder wiedererkennbare Stadtpläne. Stattdessen bestimmen Rhythmus und ornamentale Prinzipien– Spiegelung, Reihung,  Wiederholung –die Komposition. Uneinheitliche Perspektive und mehrseitige Ausrichtung sind Kennzeichen seiner Bilder. Thitz’ Visionen der Metropole breiten sich explosiv über den Bildraum aus, ohne die Bildgrenzen zu beachten. Thitz ist, fasziniert von der anarchische Geometrie expandierender Städte und der spezifischen Romantik des modernen Lebens. Nun entwirft Thitz eine urbane Utopie: die Stadt von morgen. Es ist lebendig wie immer, aber inzwischen scheint die Luft sauberer, der Geräuschpegel moderater. Statt hypertrophierter Darstellung des real existierenden städtischen Chaos’ schafft Thitz Gegenentwürfe, Visionen eines heiteren Lebens.(Zitat: Jörk Rothamel 2016)

 

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